Die vom Park verfolgte Strategie «Dorfkern» umfasst mehrere Aspekte des Dorflebens. Ziel ist es, die Lebensqualität und Attraktivität zu verbessern und gleichzeitig die Landschaft und das Kulturerbe des Dorfes zu bewahren. Diese Vorgehensweise basiert stets auf einer starken Einbindung der Bevölkerung und anderer Ortsnutzerinnen und -nutzer.
Dieser Ansatz ermöglicht die Entwicklung massgeschneiderter Projekte, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinde zugeschnitten sind. Dabei kann es sich um die Aufwertung der Altstadt, die Förderung der Lokalwirtschaft oder auch um die Mobilität im Dorf handeln. Die umgesetzten Massnahmen sind flexibel und können beispielsweise kostengünstige und innovative Lösungen wie die begleitende Unterstützung bei Nutzungsänderungen umfassen.
Einige Beispiele solcher Massnahmen:
- Umgestaltung des Ortsbildes – Umbau von Plätzen, Fussgängerzonen, Begrünung, Anlegen von Terrassen.
- Förderung des Ortslebens – Umbau leerstehender Geschäfte, Einführung einer Politik zur Belebung des Ortslebens.
- Mobilität – Verbesserung der Parkmöglichkeiten, Umgestaltung von Wegen.
In Nods, Saint-Imier und Orvin
Der Naturpark Chasseral hat 2019 in Nods sein erstes «Dorfkern»-Projekt gestartet. Bis 2022 wurde die Gemeinde bei der Bewältigung verschiedener Herausforderungen begleitet, insbesondere bei der Umgestaltung und Renovierung leerstehender Gebäude sowie bei der Mobilität auf dem Schulweg.
Umgesetzt wurden eine Bestandsaufnahme der Gebäude, technische Datenblätter für eine übergreifende Analyse für Eigentümer und ein Wettbewerb zur Gestaltung des Schulwegs. Eine Fotoausstellung an den Hausfassaden des Dorfes bildete den Abschluss dieses Pilotprojekts.
Zwischen 2022 und 2025 hat der Naturpark Umfragen bei zehn interessierten ISOS-Gemeinden durchgeführt, um deren spezifische Herausforderungen besser zu verstehen und den Ansatz zu konkretisieren.
Zu den wiederkehrenden Themen der Gemeinden, die auf diesen Aufruf reagiert haben, gehören Aufklärung und Sensibilisierung, Verbesserung der öffentlichen Räume und der Mobilität, Unterstützung bei Verdichtungsmassnahmen, Pflege der Landschaftselemente und Renovierung leerstehender Gebäude. Im Jahr 2026 engagieren sich zwei Gemeinden für ein «Dorfkern»-Projekt: Saint-Imier und Orvin.